Dankbarkeit

Wer sich mit dem Thema Minimalismus auseinandersetzt, trifft früher oder später auch auf den Begriff Dankbarkeit. Dieses Wort klang für mich am Anfang so hochtrabend, dass ich eigentlich nichts damit zu tun haben wollte. Natürlich freue ich mich über die tolle Wohnung, in der ich wohnen darf und auch meinen Freund finde ich großartig, aber wem gegenüber bin ich dankbar dafür? Ich dachte immer, man müsste jemandem dankbar sein. Beispielsweise bin ich meiner Oma dafür dankbar, dass sie mir für die erste Zeit in der neuen Wohnung ihr altes Geschirr geliehen hat. Ich bin meinem Freund dafür dankbar, dass er mir hilft, wenn ich ihn brauche. Aber wem bin ich für meine Freunde dankbar, oder für die Entscheidung, bei meiner Mutter auszuziehen? Kann man sich selbst dankbar sein? Ich denke, ja. Ich bin mir selbst dankbar für Dinge, die ich mir kaufe, für Entscheidungen, die ich treffe und für Menschen, die ich in mein Leben lasse.

Wie ist man dankbar?

Als ich zuerst darüber nachdachte, wie man das eigentlich macht mit dem Dankbarsein, war ich überfordert. Ich fand allein den Begriff so blöd, dass ich gerne wieder vergessen hätte, dass dieses Wort existiert. Konnte ich aber nicht, denn das Thema spukte mir lange durch den Kopf. Im Internet findet man eintausend und eine Idee, wie man seine Dankbarkeit visualisieren kann. Ein ganzes Tagebuch zu dem Thema zu führen, war mir zu viel, denn ich wusste ja noch gar nicht so richtig, wie sehr ich überhaupt eintauchen wollte. Deshalb integrierte ich eine Liste in mein Tagebuch. Der Titel: Dafür bin ich dankbar im Oktober. Darunter sammelte ich in Stichpunkten die Dinge, Personen, Momente, … für die ich dankbar war. Wobei ich anfangs keine Ahnung hatte, was man da eigentlich hinschreibt. Ich beschloss also, dass ich diesen Begriff ersetzen muss. Ich überlegte, worüber ich mich in diesem Monat sehr gefreut hatte, wer mir gutgetan hat und welche Dinge ich am Liebsten benutzt hatte. Auf einmal hatte ich ganz viel geschrieben und es war mir ziemlich mühelos von der Hand gegangen.

Seitdem lege ich mir jedes Mal am Monatsanfang eine Liste in meinem Tagebuch an, auf der ich eben diese Dinge sammeln kann. Manche Einträge doppeln sich mit den vorigen Monaten, aber das ist völlig in Ordnung.

Wofür ist man dankbar?

Ja, diese Frage habe ich mir auch ungefähr eine Million Mal gestellt. Deshalb habe ich hier ein 20 Beispiele für dich, die zum Teil auch auf meiner Liste stehen.

  • Meine beste Freundin
  • Mein Bett
  • Das Haustier
  • Das Lieblingsessen
  • Kuscheldecken
  • Vegetarischen Fleischsalat
  • Das Kompliment, das von dem süßen Kerl im Club kam
  • Meine Armbanduhr
  • Die Lieblingstasse
  • Jogginghosen
  • Yoga
  • Den Sieg der Lieblings-Fußballmannschaft
  • Urlaub
  • Erbseneintopf von Oma
  • Die mutmachende Nachricht von meiner Freundin
  • Kuchen
  • Bücher
  • Die Nachbarin, die immer meine Pakete annimmt
  • Zeit für mich
  • Meinen Staubsauger

Machst du dir Gedanken, wofür du dankbar bist oder schreibst du es sogar auf? Mir hat die Methode dabei geholfen, etwas aufmerksamer durch den Alltag zu gehen und mehr darauf zu achten, was mir Spaß macht und guttut.

2 Kommentare zu „Dankbarkeit

  1. Ein Hoch auf vegetarischen Fleischsalat! 😀
    Es ist amüsant, wann immer ich über Dankbarkeit schreiben will, finde ich meine eigenen Worte so hochtrabend bzw kitschig. Dabei löst Dankbarkeit teilweise einfach ein Glücksgefühl aus, dass mich manchmal schweben lässt (kitschig, ich weiß). Doch genau darum, vermute ich, ist es so wichtig.
    Früher sagte man, man müsse auch die kleinen Dinge des Lebens zu schätzen wissen. Heute nennt man es Dankbarkeit. Im Endeffekt geht es doch nur darum, sich auf die Dinge zu besinnen, die unser Leben leichter und schöner machen. Und diese dann ausgiebig (bewusst) zu genießen. Schon wird man selbst zufriedener und glücklicher.

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